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Pokemon-Go

Pokémon Go ist scheinbar nur ein kleines Spiel fürs Handy, aber ein großer Sprung in die Zukunft der Unterhaltungselektronik. Der Selbstversuch hat dabei gezeigt: Es funktioniert UND es wird wohl nur der Anfang sein!

Das Spiel ist in Österreich erst seit Sonntag, dem 17. Juli 2016 offiziell erschienen. Mit kleinen Tricks war es jedoch möglich schon vorher auf Pokémon-Jagd zu gehen. Pokémon Go gehört dem Unterhaltungsgiganten Nintendo. Der Entwickler dahinter ist jedoch Niantic, welcher bereits 2014 mit Ingress eine Augmented Reality App erfolgreich für ein kleines, aber treues Publikum auf den Markt gebracht hat.

Im Vergleich zu Ingress macht Pokémon Go eigentlich nicht wirklich was Neues. Die Technik gibt es bereits seit einigen Jahren. Man läuft draußen herum; man sammelt; man nimmt gemeinsam strategische Punkte für sein Team ein. Bisher hat das aber recht wenige Leute gejuckt. Pokémon Go hat im Grunde das gleiche, einfache Prinzip. Zudem kann man mit den gefangenen Pokémons im Moment auch nicht viel machen. Interaktionen mit den Tierchen sind kaum vorhanden. Das Fangen an sich gestaltet sich stupide und repititiv. Warum geht diese einfach gestrickte App aber nun durch die Decke? Ich denke es sind vor allem zwei Punkte:

Erstens! Die Zielgruppe bei denen Nintendo punkten kann ist extrem groß. Nicht nur die jetzigen Kinder und Jugendliche können den knuddeligen Viechern nicht widerstehen. Pokémon Go startet mit den 151 Pokémons des ersten Teils, welcher 1996 erschienen ist. Bei den damaligen Kinder der 90er schwingt deshalb eine gehörige Portion Nostalgie mit. Die heute bis ca. 40-Jährigen greifen selbst zum Mobiltelefon und möchten Pikachu, Enton, Mewtu & Co (wieder) fangen.

Zweitens! Wir leben im Moment in sehr schwierigen und komplexen Zeiten. Wo die Nachrichten und Social Media Kanäle voll sind mit Terroranschlägen, Klassenkämpfen, Rekordarbeitslosigkeit, Killer-Drohnen, Korruption, etc. brauchen die Menschen etwas Kontrast zur täglichen Zukunftsangst. Die kleinen, bunten Wesen bringen etwas Erheiterung und Einfachheit im derzeitigen Nachrichtenfluss. Die Einen spielen es selber; die Anderen wundern sich bzw. machen sich über die umher irrenden Idioten lustig; aber  alle tauschen sich darüber in ihren Kanälen aus.

Die ewigen Skeptiker sehen natürlich wie immer schon das Ende der menschlichen Zivilisation am Horizont. Ich denke die positiven Effekte werden überwiegen. Die Kinder bzw. Jugendlichen haben bereits zuvor (zu)viel mit ihren Mobiltelefonen rumgespielt. Nun müssen sie sich aber in der frischen Luft bewegen (und das nicht zu knapp; beim Ausbrüten der Eier werden richtig km „gefressen“). Auch im ländlichen Raum kann beobachtet werden, dass sich viele in Gruppen auf die Jagd nach Pokémons begeben und zusammenarbeiten, um Arenen für ihr Team einzunehmen. So treffen sich 20 bis 30 Jungs und Mädels in Oggau jeden Tag bei der Weinlaubenkuppel.

In Zukunft wird es auf jeden Fall mehr Funktionen und Neues für derlei Apps geben. Die Frage wird auch sein inwieweit die reale und die virtuelle Welt sich annähern werden. Wird es vielleicht einmal reale Gebäude geben, die ausschließlich geschaffen werden, um dort virtuelle Interaktionen zu ermöglichen? Schau ma mal.

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